Überführung der Segelyacht von Malaga über Gibraltar nach Villamoura

Malaga , Gibraltar, Algarve


Tobi ist noch die nächste Woche mit an Bord und unser Sunshine Kristina verlängert noch ein paar Tage. Die anderen gehen von Bord, aber es gibt hoffentlich ein Wiedersehen.


Dazu kommen noch Nils und Andreas. Am ersten Tag machen wir gleich die ganze Strecke bis nach Gibraltar. Wir haben den direkten Kurs genommen und kommen dabei in den vorherschenden West-Ost Strom. Aus der Fahrt von 7 kn werde plötzlich 4,1 kn. Wir müssen den Kurs ändern um dichter unter Land zu kommen. Da ist die Strömung erheblich geringen und gelegentlich sogar entgegegesetzt.


Die Stimmung vor Gibraltar ist etwas spooky. Es ist sehr diesig und der Fels von Gibraltar heb sich davor leicht ab. Auch die afrikanische Küste ist im Dunst zu sehen mit einer großen Rauchwolke. Viele große Schiffe liegen auf Reede. Ist alles nicht sehr fotogen .... aber ein Bild, dass im Kopf hängen bleibt.

Aus dem Mittelmeer Richtung Gibraltar

Gastland Gibraltar - nur richtig cool mit der Segelyacht!

Wir setzen die Gastlandflagge von Gibraltar ordnungs-gemäß unter die gelbe Q-Flagge. Ich segel jetzt schon so lange im Bereich, wo das Schengener Abkommen gilt, dass das schon lange nicht mehr nötig war. Fast hätten wir nicht einklarieren können, weil der Pass von Andreas seit einem halben Jahr abgelaufen war .... dann hatten wir aber doch noch einen Abend in Gibraltar.

Wir versuchen die Strömung zu berechnen, um uns so richtig schnell da durchschieben zu lassen. Man muß hier genau planen, wann und wo man fährt. Unter Land geht die Strömung 2 Stunden nach Hochwasser nach Westen. Nach unseren Infos sogar mit bis zu 3 kn. Das wollen wir nutzen. Die Zeit zwischen 11 und 12.00 Uhr sollte der beste Zeitpunkt sein um auf zu brechen.

Auch 3 andere Yachten fahren zu der Zeit westwärts, die sind also zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Allerdings bleiben die weiter vom Land weg und so hängen wir alle drei schnell ab. .. und trotzdem, es will sich einfach keine Strömung in unsere Richtung aufbauen. Wir haben immernoch so 1 – 1,5 kn gegenan. Vieleicht liegt das ja an dem kräftigem Ostwind, der Tagelang das Wasser in die Meerenge geschoben hat. Jetzt fließt es wieder zurück und nirgends strömt es nach Westen. Die Strömungstabellen passen einfach nicht zu dem,was wir erleben.

Es ist schon ein besondere Moment, wenn man zwischen den Welten ist. Auf der einen Seite Afrika, auf der andern Europa. Hinter uns das Mittelmeer, vor uns der Atlantik. Das spürt man dann auch gleich, wenn man den Atlantik erreicht hat, die Welle ist ganz anders. Sehr hoch aber auch ganz lang. Die Bewegungen vom Schiff sind anders – viel langsamer.

Wir verlassen die Welt von Neptun und begeben uns in die Hände von Thor

Neptun, blödes Schwein ! Laß die Winde gnädig sein !... und Thor du alte Sau ! Mach die See nicht allzu rau !

Der Skipper bittet die Götter um Gnade für Schiff und Besatzung.

und wir segeln wieder in spanischen Gewässern 

Dann lasse ich die Schleppangel mal im Antlantik raus und wow – da beißt dann auch gleich ein so dicker Brocken an, das wir alle davon satt werden können. Guckst du hier:

Unsere Tagesetappe liegt dann auch weit unter den Erwarungen. Gut das wir jetzt nur 210 sm vor uns haben. Wir machen abends in Barbate fest. Einer der totesten und ödesten Häfen, die ich je gesehen habe. An der Rezeption treffe ich einen Engländer, mit dem ich in Porto Veccio (Korsika) mal geredet habe. Da habe ich mich über ihn lustig gemacht, weil er seinen Stander abends bei Sonnenuntergang abgenommen hat und bei Sonnenaufgang wieder gesetzt hat. Er sagt mir, das er das seit unserem Gespräch nie wieder gemacht hätte ;-))

Wer sagt das Engländer nicht lernfähig sind ?

Morgens geht Kristina von Bord, sie hat leider nicht mehr Zeit. Man merkt gleich wie ruhig es wird wenn der kleine Quirl weg ist.  

Auch am nächsten Tag kommen wir langsamer vorran als geplant. Wenig Wind ... Dafür ist Rota ein netter Ort mit einer schönen Altstadt.

Endlich in der Heimat. Skipper Jochen setzt die portugiesische Flagge !

viagempirata
mit Skipper Jochen von Sardinien bis nach Portugal segeln

Am nächsten Tag geht es dann nach Mazagon. In meinen Timer habe ich nur – keine besonderen Vorkommnisse – reingeschrieben. Dann war das wohl auch so.

Nachdem wir an nächsten Tag abends in der Lagoone von Faro geankert hatten war die letzte Strecke nach Villamoura nicht mehr weit und wir konnten ganz gemächlich segeln. Der Hafen gefällt mir auch sehr gut und ich hatte kurzzeitig überlegt, ob ich die JOJO dort überwintern lasse. Dann hätte ich nach nur 3 Stunden Fahrtzeit einen schönen zweiten Wohnstiz in einem sehr gepflegtem und lebendigen Hafen mit unzähligen tollen Bars und Restaurants. Hier ist sicher viel mehr Leben, als in den beschaulichen Sao Martinho do Porto, wo ich wohne. Allerdings könnte ich die Yacht bei Nazare in einen Hafen legen, der nur 5 km von meinem Haus ist. Da ich noch einiges machen möchte ist das wohl doch besser.

Die Algarve am Atlantik

Am Donnerstag gehts auf zur finalen Etappe. Die Westküste von Portugal ist nicht ohne !! Da brauch ich ein passierbares Wetterfenster. Bis jetzt waren die Winde ja nicht optimal, aber auch nicht bösartig. Es ging immer voran. Wird schon ! Schaun wama, dann sehn waja und dann gucken wama weiter !  

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