Segeltörn durchs westliche Mittelmeer

Der letzte Törn von den Überführungen steht bevor. Wir sind die Woche nur zu 4t an Bord und haben ganz schön viele Seemeilen vor uns. Karina ist wieder an Bord gekommen. Nach den entspannten Spazier- segeltörns an der Algarve wollte Sie auch mal richtiges Segeln erleben. Micha und Marcus komme noch an Bord und wir sind eine gute Truppe, jeder bekommt seine eigene Kabine – Luxus pur !

Die Spenden an Poeseidon sind akzeptiert worden und die Götter sind uns gnädig - wir haben echt Glück mit dem Wind. Im Osten tobt ein Sturm, der in Lee von Malle aber nur noch als kräftiger schöner Segelwind ankommt.

 

Von Palma geht es zunächst nach Porto Colom. Ich könnte hier erwähnen, das wir über die ganze Strecke eine Regatta mit einer neuen Bavaria 51 hatten. Länge läuft, mit 5 Fuß mehr als die JOJO hätten die somit eigentlich schneller sein müßte. Es wäre jetzt Angeberei zu beschreiben, wie wir die abgezogen haben und das gesamte Feld der Segler von hinter aufgeräumt haben – deshalb erwähne ich das hier erst gar nicht. ;-)

Mitsegeln durch die Nacht - von Mallorca nach Sardinien

Von Porto Colom ging es dann nach Mahon, der Naturhafen ganz im Osten von Menorca ist sehr schön und die Uhren laufen dort viel langsamer als auf Malle. Wäre auch schön gewesen, sich für Menorca ein paar Tage zu nehmen.

Von da an ging es auf die Reise der längsten Blauwasserstrecke meiner Überführungen. 200 Seemeilen kein Land über das offene Meer. Auf diesem Segeltörn ist eine Nacht durchsegeln ist das Minimum.

 

Im letzten Herbst hatte uns die Tour ganz schön gebeutelt und wir waren ca. 44 Stunden unterwegs durch ruppige See. Dieses mal hatten wir Glück. Die erst Streck mußten wir Motoren, aber dann kam ein schöner Segelwind auf, der uns sanft bis nach Sardinien gebracht hat. Wir sind auf angenehmer kleiner Welle durch die Nacht geschaukelt und haben dabei gute Strecke gemacht – perfekt !

Das Segelrevier mit dem "scheiß Türkis" - Sardinien !

Schon bei ersten Kontakt mit Sardinien - in der Fornelli Passage, ganz im Nord/Westen von Sardinien, hat uns dann gleich wieder das geliebte "scheiß Türkis" begrüßt.

Als wir in Castelsardo ankamen, waren wir alle ein bißchen müder, aber recht entspannt. Wir hatten nur 34 streßfreie Stunden für die Etappe gebraucht. Alles easy - es gab keine Ausfälle.

Dann gab es noch einen Geburtstag an Bord zu feiern und was ist schöner als um Mitternacht in einer Bucht vor Anker sein neues Lebensjahr zu beginnen. 

Nicht jeder möchte, dass sein Gesicht auf dem Blog zu sehen ist und das respektiere ich dann. Also gibt es keine Fotos von der Crew.

 

Das war ein sehr schöner Törn, bei dem es ganz viel guten Segelwind und einiges zu Lachen gab!

Diese Überführungen sind schon eine sehr spannende Sache. Trotzdem bin ich froh wieder in meinem Stammrevier unterwegs zu sein. Ich habe im letzten Jahr viel Neues gesehen, aber das Maddalena Archipel, Korsika und Sardinien sind immer noch das Schönste Segelrevier - zumindest in Europa. Da können die Balearen und die spanische Küste lange nicht mithalten. Die Algarve hatte auch ihren Reiz, weiter im Norden von Portugal segelt es sich allerdings sehr rau.

 

Die Herzlichkeit der Italiener ist auch immer wieder rührend. Ich bin hier in Cannigione an vielen Stellen so nett und überschwenglich begrüßt worden - da fühlt man sich schon ein wenig, als würde man nach Hause kommen. Jetzt geht es wieder los mit den Genießertörns!

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